2019-02 Neue Schienen für Ostafrika

Der Ausbau der Eisenbahntrassen quer durch Tansania dient vor allem dazu, die kongolenischen Bergbaugebiete mit den Containerhäfen am Indischen Ozean zu verbinden. (Anne-Cecile Robert, Le Monde diplomatique, Februar 2019)
Auszüge:
„Trotz der höheren Kosten haben die tansanischen Behörden beschlossen, eine neue Strecke zu bauen, anstatt die alte wieder auf Vordermann zu bringen. Viele afrikanische Länder machen das so, meint Eric Peiffer, Vertreter der belgischen Gesellschaftfür Eisenbahnlogistik Vecturis: „Die Regierungen wollen lieber bauen als das Bestehende instand zu setzen. Das ist spektakulärer und politisch wirksamer.“ (Seite 13)

„Tansania hat sich für elektrisehe Züge entschieden, gegen Dieselloks, die auf der Tanzam fahren. Die Stromversorgung der Triebwagen muss also entlang der ganzen Strecke gesichert werden. Das ist eine gewaltige Herausforderung, wenn man bedenkt, wie oft es allein in der Hauptstadt zu Stromausfällen kommt.“ (S. 13)

„Die Regierung hat einen Energie-Masterplan ausgearbeitet. Ein großer Staudamm mit Wasserkraftwerk soll am Fluss Rufiji entstehen, mitten im Wildschutzgebiet Selous, im Herzen der Region Morogoro. Dieses Projekt lag jahrelang in der Schublade, bis Präsident Magufuli es im September 2017 wieder hervorgeholt hat. Der Staudamm soll eine Kapazität von 2100 Megawatt erreichen und fast 6 Terawattstunden im Jahr produzieren, das entspricht annähernd der Menge, die das Land heute insgesamt produziert.
Angesichts der Höhe der Investitionen werden sich alle Länder, die an dem neuen Schienennetz beteiligt sind, hoch verschulden. Allein der Bau der Bahnstrecken wird jahrelang Milliarden Dollar verschlingen. Die Oberleitungsstrecken sind teuer und erfordern ständige Wartung. Man rechnet damit, dass sich das Ganze frühestens nach fünfzehn Jahren amortisieren wird.“ (S. 13)